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Standpunkt // zum Beitrag „Erneut Streit um Kreisumlage“ In der SVZ vom 14.10.2009

Handeln wie die Schwäbische Hausfrau

sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Umgang mit den Staatsfinanzen in der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise in einer Wahlveranstaltung vor der Bundestagswahl, nicht mehr Geld ausgeben als man Einnahmen hat...

Diese Weisheit gilt auch nach der Wahl. Sie gilt auch für den Nachtragshaushalt 2009, der im Kreistag zur Abstimmung steht. Hier müssen die Mitglieder des Kreistages sich für oder gegen die Senkung der Kreisumlage aussprechen, aber mit welchen Konsequenzen?

Die politische Dimension ist von der CDU-Fraktion vorgegeben: Der Kreistag hat einen Beschluss und der muss umgesetzt werden. Realpolitiker wie die SPD-Fraktion und Die Linken sehen das ganz nüchtern. Jetzt die Kreisumlage senken, um sie dann im nächsten Jahr über den bisherigen Satz von 42,17 % anzuheben zeugt von wenig Kontinuität in der Finanz- und Haushaltspolitik. Käme denn noch in diesem Jahr Geld bei den Gemeinden an? Darauf gibt es ein eindeutiges Nein, denn bei Kreditaufnahme muss das Innenministerium dem NT-Haushalt zustimmen und das dauert mindestens bis Mitte Dezember. Dann wandert das Geld in die Rücklage und wird 2010 gleich mit einer noch höheren Kreisumlage verrechnet. Absehbare Fehlbeträge 2010 im Kreishaushalt 2010 belaufen sich schon jetzt auf über 5 Mio. Euro. Wenn die Kreisumlage jetzt stabil bleibt, kann der Kreistag das auch für 2010 fordern und durchsetzen. Das wäre Kontinuität und Planungssicherheit für alle.

Nicht vergessen sollten wir die Mittel, die aus dem Konjunkturpaket 2009 zusätzlich an die Gemeinden geflossen sind und mit 1,3 Mio. € aus kreislichen Geldern aufgestockt wurden. Außerdem hat der Kreis in der Höhe von 357.000 € Eigenanteile der Gemeinden bei Konjunkturmittel übernommen. Das heißt aber nichts anderes als dass der Kreis die jetzt eingeforderte Senkung der Kreisumlage mit 1,6 Mio. € schon vorweg an die Gemeinden gegeben hat.

Es geht hier schlicht und einfach um Kontinuität in der Haushalts- und Finanzpolitik des Kreises und nicht darum Recht zu behalten und ganz formal einen Beschluss des Kreistages umzusetzen. Die Schwäbische Hausfrau täte uns gut, nur ausgeben, was man hat und nicht auf Pump Probleme für die Zukunft verlagern.

Luise Krüger
Mitglied der Fraktion DIE LINKE. im Kreistag NWM

 

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