Fraktion DIE LINKE in der Bürgerschaft // Wismar, 12. Dezember 2009
Nachdem die Betonplatte auf dem Kellergeschoss und somit der sofortige
Nachbau der Alten Schule durch die Mehrheit der Bürgerschaft verhindert
wurde, ist die Erhöhung der Ummauerung des Fundaments der Marienkirche
auf über 1,60 m ohne Ankündigung auf einem kleinen Teilstück
durchgezogen worden. Alle bisherigen Anfragen unserer Fraktion zu den
Baumaßnahmen an der Marienkirche wurden mit Fehlinformation und
Falschaussagen beantwortet.
Die Bürgermeisterin hat offensichtlich einen Plan. Dieser Plan sieht ein
tragfähiges Mauerwerk bis zu einer Höhe von 1,60 m und höher vor, damit
der Neubau der Marienkirche wohl, ähnlich wie die Alte Schule, in ferner
Zukunft möglich sein wird.
Alle Erklärungen, die auf der Bürgerschaftssitzung am 10.12.2009 sowie
die im sogenannten Konzept zum Gotischen Viertel (am 08.12.2009 an die
Fraktionen übergeben) angeführt wurden, sind an sehr dünnen Haaren
herbeigezogen.
Die gegenwärtige Situation lässt nur den Schluss zu, dass vor Ende der
Amtszeit der Bürgermeisterin noch schnell Tatsachen geschaffen werden
sollen, die eine offene Planung des gotischen Viertels verhindern
sollen.
Offensichtlich möchten Einzelpersonen sich mit Hilfe von Steuergeldern
ein Denkmal setzen. Das Risiko von Stückwerk und städtebaulich
unsinnigen und unausgewogenen Entscheidungen wird billigend in Kauf
genommen.
Die letzte Ankündigung, dass ein 'Verein Europäisches Zentrum für
Backsteinbaukunst' das Grundstück für die Alte Schule für einen
symbolischen Euro kaufen und dann mit Hilfe von Fördergeldern und
finanziellen Mitteln der Stadt die Schule nachbauen will, setzt der
Entwicklung jetzt die Krone auf.
Dieser Verein ist aus einer größeren Anzahl von Mitarbeitern der
Stadtverwaltung gegründet und weder im Internet noch in anderen
Publikationen ist das Ziel bzw. die Satzung des Vereins nachlesbar.
Die kommenden Wochen und Monate werden weitere Kapitel der unendlichen
Geschichte zum gotischen Viertel und zur Alten Schule für uns bereit
halten. Die Fraktion DIE LINKE wird sich unbeirrt für eine städtebaulich
sinnvolle, dem 21. Jahrhundert angemessene Lösung für dieses im Zentrum
der Altstadt liegende Gebiet einsetzen.
Dazu werde ich mit Sicherheit in den kommenden Ausgaben vom Linken Ding
und auf der Homepage weiter berichten.
Uwe Boldt
Mitglied der Fraktion DIE LINKE in der Bürgerschaft
Vorsitzender des Sanierungsausschusses
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