Nachrichten // Politik, 5. Februar 2010
Durch die Novellierung der Finanzausgleichsgesetzes werden die Kommunen
unseres Landes in eine finanzielle Krise gestürzt. Neben den durch die
Wirtschaftskrise eingebrochenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer bekommen
die Gemeinden und Kreise vielerorts nun auch noch eine geringere
Schlüsselzuweisung durch das Land. Dem gegenüber werden jedoch in der
nächsten Zeit die Pflichtausgaben der Kommunen z.B. die Kosten der
Unterkunft für Empfänger von Harz lV steigen. Diese tragen zwar die
Kreise, werden jedoch durch die Kreisumlage auf die Gemeinden
weitergereicht.
Da wird in der Zukunft durch die jetzt schon angespannte Haushaltslage
vieler Kommunen kein Geld mehr für die Aufgaben der freiwilligen
Selbstverwaltung bleiben. Dementsprechend wird wohl bei den
Haushaltsberatungen die zur Zeit in vielen Gemeindevertretungen anstehen
der Rotstift vor allem hier angesetzt werden. Das wird auch viele
negative Folgen für die Kinder und Jugendlichen vor Ort haben. Denn
Streetworker, kommunale Jugendzentren und großzügige Zuschüsse für die
Jugendabteilungen der Sportvereine werden bald aus kommunal politischer
Sicht gar nicht mehr denkbar sein. Dabei sind gerade diese freiwilligen
Leistungen für die Struktur in unserem Land so wichtig.
Kinderspielplätze die jetzt vielerorts schon verwüstet und ungepflegt
sind werden in Zukunft womöglich ganz abgeschafft werden weil die
laufenden Unterhaltungsausgaben nicht mehr aufgebracht werden können.
Diese schlechten Bedingungen für Kinder und Jugendliche könnten in naher
Zukunft dazu führen, dass sich junge Familien nicht mehr in unser Land
ziehen bzw. die, welche hier noch wohnen nach Möglichkeit Richtung
Westen auswandern um sich und ihren Kindern ein „besseres“ Leben zu
bieten.
Wenn wir erst einmal dort angekommen sind, dass in Sachen sinnvoller
Freizeitgestaltung in unserem Land nichts mehr läuft. Wird es, wie z.B.
in Sachsen geschehen, ein leichtes sein für rechte Parteien und
Kameradschaften Jugendliche für ihre menschenverachtenden Ideologien zu
gewinnen.
Dies gilt es zu verhindern! Deswegen fordern wir die Landesregierung
auf, durch ein Umdenken in der Finanzpolitik den Kommunen wieder genug
Geld zur Verfügung zu stellen damit diese eine vernünftige
Daseinsvorsorge stellen können. Gleichzeitig fordern wir unsere Partei
auf, dieses Thema gründlich zu diskutieren und es ins Wahlkampfprogramm
für die nächste Landtagswahl mit aufzunehmen. Denn wer die Kommunen
schwächt, schwächt das ganze Land!
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