Nachrichten // Wismar, 26. Februar 2010
Die SPD bestätigt durch ihr Verhalten auch in Wismar wiederholt alle
gegen sie gerichteten Vorbehalte als Partei der Beliebigkeit und
Unzuverlässigkeit.
In Ausschüssen und in persönlichen Gesprächen zeigen mehrere Abgeordnete
Verständnis und gleiche Position zur Entwicklung des Marienkirchplatzes.
Doch wenn es gilt, die Bürgermeisterin und ihre Senatoren in ihrem
undurchsichtigem Handeln, in ihrem Hintergehen von Beschlüssen der
Bürgerschaft, in ihrem offenbar rechtswidrigem Verhalten zu stoppen,
dann stehen alle Abgeordneten der CDU und SPD hinter der
Verwaltungschefin.
So geschehen am 25.02.2010 auf der Bürgerschaftssitzung. Hier sollten
auf Antrag der LINKEN alle Aktivitäten zur Veränderung der Bausubstanz
und der Eigentumsverhältnisse im Bereich des Marienkirchplatzes bis zur
endgültigen Bestätigung einer durch die Mehrheit getragenen
Gestaltungskonzeption gestoppt werden. Darüber hinaus gab es den
dringenden Verdacht, der durch mehrere Fakten untersetzt war, dass im
Ausschreibungsverfahren zur 'Alten Schule' nicht nur gegen geltende
Bürgerschaftsbeschlüsse sondern auch gegen geltendes Recht verstoßen
wurde.
Nach sehr emotional geführter Diskussion, in der sich die Abgeordnete
Sturbeck (SPD) dazu verstieg, dass doch die 'Fachleute' die
Entscheidungen tragen sollten und nicht die Abgeordneten, stimmten alle
Bürgerschaftsmitglieder der SPD und CDU geschlossen gegen unsere
Vorlage.
Damit ist der Bürgermeisterin Tür und Tor geöffnet, alle möglichen und
unmöglichen Baumaßnahmen, Grundstücksverkäufe usw. im Gebiet des
Marienkirchplatzes umzusetzen.
Wir werden also dank der Position hervorragender 'Genossen' der SPD
miterleben können, dass auf dem Kellergeschoss der 'Alten Schule' eine
Betonplatte und damit die Voraussetzung für den Nachbau dieses Gebäudes
in absehbarer Zeit, evtl. unter neuen Eigentumsverhältnissen, entstehen
kann.
Die Aufmauerung der Marienkirche sowie die weitere Nachbildung des
'gotischen Winkels' entsprechend der Vorstellungen von Fr. Dr. Wilken
und Herrn Prof. Kiesow können also, vorbei an den Interessen der
Bürgerschaft und der Bevölkerung unserer Stadt, realisiert werden.
Bevölkerungswille zählt in dieser Stadt nicht - hochherrschaftliche
Wünsche der Verwaltungschefin werden obrigkeitshörig durch die SPD und
CDU abgenickt. Wir sind offenbar in der Vergangenheit angekommen.
Uwe Boldt
Mitglied der Bürgerschaft
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