Pressespiegel // Ostseezeitung, 07. Dezember 2009
Wismar. Er ist 55 Jahre alt, arbeitet als Privatdozent, war bis 1983 in Wismar, lebt nun im Landkreis Nordvorpommern und will im kommenden Jahr Bürgermeister von Wismar werden: Dr. Wolfgang Weiß.
Während der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes der Partei Die
Linke am Sonnabend im Wismarer Rathaus nominierten die knapp 50
anwesenden Genossen den Vater von zwei erwachsenen Kindern zum
Kandidaten für die Nachfolge von Rosemarie Wilcken (SPD). Es gab eine
Gegenstimme und eine Enthaltung.
„Hier in Wismar sind unbedingt Veränderungen nötig. Es darf kein ,Weiter
so’ geben“, meinte Wolfgang Weiß, der sich selbst als Moderator und
Friedensstifter sieht. „Ich habe mich immer um die Hansestadt bemüht“,
sagte der einstige Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Wismar. Der
Demograf wurde in Stendal geboren, er lebt in Kreutzmannshagen, zwischen
Grimmen und Greifswald.
Weiß möchte unter anderem „den demografischen Wandel in Solidarität und Frieden bewältigen“, den Klimawandel ernst nehmen und daraus resultierend Handlungsstrategien für Wismar entwickeln sowie die Verwaltung modernisieren. „Beim Übergang zur Doppik (doppelte Buchführung, Anm. d. Red.) haben die Bürgermeisterin und die Verwaltung gepennt.“ Und der Wissenschaftler plädiert für die Eigenständigkeit der Hansestadt Wismar, denn bislang gebe es keine Alternative zur Kreisfreiheit. „Die bisherigen Diskussionen gehen an der Realität, und an der Existenz der Bürger vorbei“, kritisierte Wolfgang Weiß die „schwachen“ Gesetzesentwürfe der Landesregierung. „Wismar hat eine wichtige Aufgabe als Zentrum. Die Stadt muss ein Umland haben und sich dessen auch bewusst sein.“
Wolfgang Weiß („Ich war Mitglied der SED, aber kein Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi.“), hat die Fächer Mathematik, Geografie, Psychologie und Pädagogik sowie Demographie und Informatik studiert. Er dozierte unter anderem an den Unis in Passau, Greifswald und Stockholm, lehrte in Paderborn und war auch als Referent für die Landesregierung von Sachsen-Anhalt tätig. Wolfgang Weiß ist der vierte Kandidat für das Bürgermeisteramt nach Wilfried Boldt als parteiloser Einzelbewerber, Thomas Beyer von der SDP und René Domke von der FDP. NW